Im Aufbau...
Kirchenlehrer
sind von der Kirche offiziell ernannte Frauen & Männer,
die sich durch ihr heiliges Leben, einen richtigen Glauben
und eine herausragende Lehre auszeichnen.
Sie werden in Liturgie und Theologie besonders hervorgehoben.
Im Jahr 2025 hat die Katholische Kirche den nunmehr 38. Kirchenlehrer bestätigt.
Als wohl 24. wurde von Papst Benedikt XV. am 5. Oktober 1920 mit seiner
Enzyklika PRINCIPI APOSTOLORUM PETRO zum Kirchenlehrer erhoben:
Der Heilige Ephrem der Syrer.
Er war Asket & Einsiedler, Diakon, Hymnen-Dichter, Schriftsteller.
Sein Fest- und Gedenktag ist der 9. Juni.
Aus seiner ‚Rede über die Auferweckung des Lazarus‘
Heiliger Ephrem der Syrer +373 | Diakon | Kirchenlehrer | Festtag: 9. Juni
3. … Wunderbare Szenen kann ich heute vor euren Augen vorüberziehen lassen. Seid kluge Beobachter
des Wunders, das sich euch tatsächlich darstellt! ...Reinigt das Auge eures Geistes, um die Wahrheit zu
schauen, und wenn die Wahrheit das Ihrige gezeigt hat, so lobpreiset Gott, wenn es wunderbar ist! Komme
her zu mir, o toter Lazarus, der du von der Verwesung auferweckt wurdest! Komm heraus und verkünde
der Gemeinde das Wunderbare in deiner wunderreichen Geschichte!...
4. Der Sohn, der die Toten auferweckt, wurde vom Allerhöchsten gesandt, um dem Menschengeschlechte
die Auferstehung am Jüngsten Tage zu verkünden… Am toten, verwesenden Lazarus wollte er seine Macht
zeigen, damit er die Totenerweckung durch die Tat bestätige und sie nicht bloß mit Worten predige…
5. Eine [die Tochter des Jairus] entriß er dem Rachen des Todes, einen andern [den Jüngling von Naim]
seinen Krallen, den Lazarus aber holte er aus seinen vernichtenden Eingeweiden heraus… Dem ganzen
Menschengeschlechte predigte er Ermutigung durch die gute Hoffnung, indem er durch drei Zeugen, die
er ins Leben zurückrief, die Auferstehung beglaubigte…
6. …als die Totenklage noch in seinem Hause gehalten wurde und seine Bekannten ihn noch beklagten:
da erschien der Herr der Auferweckung, um seine Macht zu zeigen, nicht so sehr, um den Lazarus
aufzuerwecken, als vielmehr, um die Hoffnung [auf die allgemeine Auferstehung] zu stärken.
7. Jesus ließ dem Lazarus Zeit, damit er bis zum Grunde des Totenreiches hinabsteigen konnte, um ihn
dann aus der Tiefe der Grube heraufzuholen und dadurch die Verwesung des Todes zu besiegen…
9. …Weise legte er sie fest durch ihre Aussage, daß sie selbst den Begrabenen bestattet hätten, so daß sie
dann, als er ihn anrief und auferweckte, die Wirklichkeit seiner Auferweckung bezeugen mußten…
10. …Er weinte, um die Wirklichkeit seiner Menschheit zu beweisen; er rief den Toten hervor, um seine
Allmacht zu zeigen… er betete, um seine Übereinstimmung [mit dem Vater] zu offenbaren. Auch dieses
Beten am Grabe erniedrigt ihn nicht unter seinen Erzeuger. Daß er nicht aus Notwendigkeit betete, kannst
du aus seinen eigenen Worten ersehen: „…damit sie glauben, daß du mich gesendet hast und damit sie
erkennen, daß du in mir bist und ich in dir bin“ (Joh 11,42)…
Vollkommen ist der Sohn wie sein Erzeuger, wunderbar der Erstgeborene wie sein Sender, Totenerwecker
wie auch sein Vater; denn der nämliche, der weinte, erweckte zum Leben…
11. …Den Sterblichen ist von allen Thematen jenes von der Auferstehung der Toten das liebste…O Staub,
den die Erbarmung geformt, o Mensch, der du Asche bist, was hörst du lieber als die Kunde von deiner
Auferstehung?
13. …Hätte Christus anstatt „Komm!“ gesagt „Kommet heraus!“, so wäre die ganze Schar der Toten mit
Lazarus heraus gekommen…
14. …Auf den Ruf stand der Entschlafene auf, und die Stricke der Unterwelt fesselten ihn nicht mehr. Der
Odem des Lebens wehte und richtete ihn zum Wandeln auf. „Lazarus, komm heraus!“ rief er und dieser
kam. Dem Worte folgte die Tat; auf den Ruf hin geschah die Auferstehung, und die Erweckung fand
unverzüglich statt…
Der Lebensspender befreite ihn vom Tode, nicht aber von der Verschnürung, damit
dieselben Hände, welche den Begrabenen bekleidet hatten, ihn wieder freimachen könnten…
Überaus wunderbar sind die Taten unseres Erlösers!
Alle vollbrachte er zu unserem Heile, und zwar, wie er wollte;
denn er hat im Himmel und auf Erden Gewalt (Mt 28,18). Preis und Verherrlichung und Anbetung und
Majestät ihm und seinem Sender und dem Hl. Geiste; über uns, Elende und Sünder, aber komme jederzeit
sein Erbarmen!
Quelle: Bibliothek der Kirchenväter (unifr.ch) | www.bkv.unifr.ch